Von Kräutern, Elefanten und dem Zahn des Buddha

Foto oben: Mit Dr. Hiroshini im Kräutergarten.

Eine der Besonderheiten des Ayurveda ist der unglaubliche Reichtum an Heilpflanzen. Die ayurvedische Heilkunde beschreibt detailliert Kräuter, Gewürze und auch Lebensmittel auf der Basis von Eigenschaften, die bestimmte Wirkungen erzeugen. So gelten z. B. einige Kräuter als erhitzend, während andere einen kühlenden Effekt haben. Im Ayurveda gilt überwiegend das Prinzip, ein “Zuviel“ einer bestimmten Eigenschaft mit dem Gegenteil auszubalancieren, um bei bestimmten Symptomatiken das Gleichgewicht im Körper wiederherzustellen.

Einen kleinen Einblick in den Schatz der ayurvedischen Heilkräuter erhalten wir auf einem Rundgang durch den resorteigenen Kräutergarten. Die Ayurveda-Ärztin Dr. Hiroshini erläutert uns einige Pflanzen und deren Wirkungen. Intressanterweise ähneln ayurvedische Heilpflanzen oft den Organen, auf die sie einwirken. So erinnern die Blätter von Brahmi, dem indischen Wassernabelkraut, an die Form des menschlichen Gehirns. Und tatsächlich kann das Kraut einen positiven Effekt auf das Gehirn entfalten.

Im Gemüsegarten werden köstliche Gemüsearten auf rein biologische Weise angebaut. Spezielle Hüllen schützen die Früchte vor Insekten und Schädlingen. Die frischen, reifen Früchte kommen vom Garten direkt in die Resort Küche und auf unsere Teller. Der Chefkoch verrät mir sein persönliches Gesundheitsgeheimnis: früh aufstehen, Kräftigungsübungen machen und jeden Morgen frisches Gemüse aus dem Resortgarten mixen und genießen. Aber am wichtigsten: Er liebt das was er macht. Das strahlt er jeden Tag aus und diese Energie überträgt sich offensichtlich auf die köstlichen Speisen, die er uns serviert.

Das Kochteam lässt gute Energie ins Essen einfließen.

Das Kochteam lässt gute Energie ins Essen einfließen.

Dr. Danister, ein in Sri Lanka bekannter Ayurveda-Lehrer, erläutert uns die Einzigartigkeit des Ayurveda, wie er in Sri Lanka praktiziert wird. Da Sri Lanka immer schon ein Handelsknotenpunkt war, ist auch das traditionelle Medizinsystem mit Einflüssen aus anderen Systemen durchdrungen. Man kann es als Mischung aus einheimischer traditioneller Medizin, nordindischem Ayurveda, südindischem Ayurveda sowie arabischer und chinesischer Medizin bezeichnen. Es gibt mehr als 3500 Pflanzenarten, mehr als 50 Prozent davon werden medizinisch verwendet, und 25 Prozent der Pflanzen kommen nur in Sri Lanka vor. Die meisten Heilpflanzen kann man dort im Wald oder Garten pflücken, und die Landbevölkerung macht auch heute noch von ihrem Wissen darüber in ihren Familien Gebrauch und gibt es von Generation zu Generation weiter.

Nach so viel Kräuterkunde legen wir einen Kulturtag ein und fahren Richtung Kandy im Inselinneren. Wir besuchen Elefanten, die ihre Eltern verloren haben und in einem Waisenheim betreut werden. Die kleinen Elefanten werden mit Milchfläschchen aufgepäppelt. An einem Fluss werden wir Zeugen eines ganz besonderen Erlebnisses: Der Fluss wird zur Badewanne einer großen Elefantenherde, die einer nach dem anderen ins erfrischende Nass steigt und es sich sichtbar gut gehen lässt.

Kandy ist auch Heimat des berühmten Ceylon-Tees, der von den Briten in der Kolonialzeit eingeführt wurde. Dort steht auch ein ehemaliger Königspalast, der einen besonderen Tempel beherbergt. Die Legende besagt, dass Hemamala, eine buddhistische Nonne, einst einen Zahn des Buddha, in ihren Haaren versteckt, nach Sri Lanka brachte. Heute gilt der Zahn als heiligste Reliquie des Buddhismus auf Sri Lanka.

 

3 Gedanken zu „Von Kräutern, Elefanten und dem Zahn des Buddha

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