Wer weniger sitzt, bleibt länger gesund

Unzählig sind die wissenschaftlichen und medizinischen Belege, wonach es gesund ist, wenn wir aktiv sind, Sport treiben und in Bewegung bleiben. Regelmäßige sportliche Betätigung wird zu Recht in den meisten Behandlungs-Leitlinien der Medizin mit empfohlen und kann helfen, Diabetes, Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Depression sowie einigen Krebserkrankungen vorzubeugen.

Dies hat auch zu einer Veränderung unseres Freizeitverhaltens geführt. Kaum ein Hotel, das keinen Fitness-Wellness Bereich vorhält und an Wochenenden oder am Feierabend sind die Parks der Großstädte angefüllt mit Joggern, Radfahrern, Walkern und Spaziergängern. Insgesamt entsteht der Eindruck, dass die ganze Gesellschaft sportlicher und aktive wird. Jedoch trügt der Schein. Durch die völlige technische Medialisierung unseres Alltags mit Computern, Smartphones, Tablets, verbringen die meisten Menschen immer mehr Stunden des Tages sitzend. Computer und Netzwerke an allen Arbeitsplätzen haben selbst den Gang zum Papierkorb oder zum Kollegen nebenan überflüssig gemacht. Die Folgen sind dramatisch. Wissenschaftler sprechen inzwischen von der Sitzkrankheit (sitting disease).

Zu langes Sitzen verursacht nicht nur eine ungesunde Körperhaltung, Rücken-, Nacken- und Kopfschmerzen sowie Kopfschmerzen. Auch das Risiko an Zuckerkrankheit zu erkranken, steigt um bis zu 90% und auch das Risiko für Krebs- und Herzerkrankungen steigt um etwa 20%. Insgesamt ergibt sich auch eine geringere Lebenserwartung bei überwiegendem Sitzen im Alltag, also „ Wer länger sitzt ist früher tot“. Sitzen ist das neue Rauchen.

Was können wir tun?
Ganz auf das Sitzen kann nicht verzichtet werden. Wir werden weiterhin beim Autofahren sitzen und gerne auch beim Essen. Nicht zwingend notwendig scheint es aber, dass Computerarbeit, Schreibarbeit. Meetings, Bersprechungen und Lesen sitzend erledigt werden muss. Inzwischen gibt es viele Anbieter von Stehpulten und Stehschreibtischen, die hier klug genutzt werden können. Warum sollten nicht auch Besprechungen im Stehen oder Gehen stattfinden: Gehung und Stehung statt Sitzung! Überhaupt lassen sich Gespräche besser bei einem Spaziergang führen als im Sitzen. Dies sollte Teil einer neuen Arbeitskultur werden. Oder, wie es der Dichter Christian Morgenstern sagte: „Gedanken wollen oft – wie Kinder und Hunde –, dass man mit ihnen im Freien spazieren geht“.

3 Gedanken zu „Wer weniger sitzt, bleibt länger gesund

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